Newsletter 'GfA Aktuell' Nr. 40 vom Dezember 2016

Nummer 40                                                         Dezember 2016

 

Verfasser:
Heinz Hütter, verantwortlich für Information & Kommunikation der GfA

huetter@gfa-forum.de Tel. 0821-51 54 03

Editorial: Digitalisierung aller Orten

Dieser GfA-Newsletter, die Nummer 40, wird mein letzter sein. Im Frühjahr 2017 soll eine neue Webseite der GfA aufgesetzt werden, die ein ganz anderes Newsletter-Konzept mit sich bringt. Nachdem bisher die meisten Beiträge von mir zusammengetragen oder verfasst wurden, erhalten Sie als Leser künftig mehr Möglichkeiten, selbst Beiträge zu verfassen.

In knapp zehn Jahren habe ich mit GfA Aktuell versucht, Themen bekannter zu machen, die erst nach der Jahrtausendwende auf uns zu kamen. Klassische Arbeitsmethodik und das Wissen um eine aktive Lebensgestaltung sind dabei nicht wertlos geworden. Doch beide Themenstränge sind mittlerweile eingebunden in wesentlichen komplexere Anforderungen der Arbeitswelt und des modernen Lebens.

Auch der Schwerpunkt dieser Nummer 40 schaut nach vorne: Was bringt uns die Digitalisierung (noch alles)? Dahinter steht die Hoffnung, dass die Entwicklung in eine humane, nicht-technokratische Richtung bewegt werden kann. Zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung werden optimistische Sichtweisen wie kritische Beiträge vorgestellt. Pragmatische Arbeitshilfen für digitale Führung runden die Betrachtung ab.

 

Zum Inhalt

1.  Brandeins-Artikel: Wie weit ist es mit der digitalen Intelligenz?
2.  Ein immer lesenswerter Blog: Gerald Lembke über „Digitale Disruption"
3.  Studie der Schweizer „Wissensfabrik": Wir stehen vor einer Hypervernetzung
4.  Neuerscheinung: Werde ich bald wegdigitalisiert?
5.  Meinung: Digitale Führung - Machtorientierung hat ausgedient
6.  Buchtipp: Gerald Lembke - Im digitalen Hamsterrad
7.  Als Führungskraft: Taugen meine Instrumente noch?
8.  Buchtipp: Geschichten mit Tiefgang

 

1.  Brandeins-Artikel: Wie weit ist es mit der digitalen Intelligenz?

Brandeins: Der Golem und Du„Kaum jemand zweifelt noch an der totalen Digitalisierung - nun auch des Denkens." So leitet Wolf Lotter seinen kenntnisreichen Brandeins-Artikel „Der Golem und du" ein.

Wer sich für künstliche Intelligenz (KI) interessiert, findet hier einen Gang durch deren Geschichte, weiter zu Prognosen: Ob, wann und wie es so weit sein wird, dass das Werkzeug, das der Mensch erschuf, diesen ersetzt. Der Autor versprüht Hoffnung: „Es wird Zeit, wieder nüchtern zu werden", fordert er angesichts des westlichen Kulturpessimismus, und „das Original vor die Kopie zu setzen."

 

2.  Ein immer lesenswerter Blog: Gerald Lembke über „Digitale Disruption"

Gerald LembkeSchon mehrfach haben wir auf Beiträge des Mannheimer Medien-Professors Gerald Lembke in seinem Blog verwiesen. Im September erklärte er einen Begriff, der Manager ins Schwitzen bringen sollte:

„Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Clayton Christensen spricht bereits in den 90ern von ‚disruptiven Technologien ‘. Aus dem Englischen bedeutet ‚disrupt‘, dass ein bestehendes Produkt oder Geschäftsmodell vollständig unterbrochen oder gar verdrängt wird."

„Die digitale Disruption bringt aber auch längst Branchen jenseits der IT ins Wanken: Stellen Sie sich vor, das mächtigste Taxiunternehmen der Welt besäße überhaupt keine Taxis mehr (UBER) oder der größte Anbieter von Hotelzimmern, gar kein eigenes Hotel (AirBnb). Genau das passiert heute: UBER vermittelt online Fahrdienstleistungen an Private und verärgert so die Taxibranche, AirBnb vermittelt Privatunterkünfte an Urlauber und Geschäftsreisende und zieht den Groll der Hoteliers auf sich.

Die Neuen stellen alte Geschäftsmodelle auf den Kopf und bieten aus Kundensicht oft schnelleren, besseren und günstigeren Service."

 

3.  Studie der Schweizer „Wissensfabrik": Wir stehen vor einer Hypervernetzung

Hypervernetzung„Die technologische, soziale und wirtschaftliche Vernetzung verstärken sich gegenseitig. Ohne Smartphones wären neue Angebote wie Facebook, UBER oder AirBnb nicht möglich. Wir würden weniger Menschen kennen und unser Aktivitätsradius wäre deutlich kleiner. Durch die steigende Intensität wird die Vernetzung zur Hypervernetzung."

Hinter "Hypervernetzung" verbirgt sich eine Studie von Dr. Joël Luc Cachelin's Wissensfabrik über Veränderungen in der Arbeitswelt.

Einleitend heißt es: "Der öffentliche Teil der Studie wendet die Metapher des Netzwerks auf fünf Dimensionen der künftigen Arbeitswelt an: Auf die Mensch-Maschine-Symbiose, die physische Arbeitswelt, die digitale Arbeitswelt, die Arbeitsorganisation, die Arbeitskultur sowie die unternehmerische Verantwortung eines Arbeitgebers." Später warnen die Autoren:

„Die Investitionen in die Zukunft der Arbeit werden sich ohne Berücksichtigung der Kultur nicht auszahlen. Wesentliche Elemente der Kultur sind das Führungs- und Laufbahnverständnis sowie die sozialen Orte, in denen es weder um Konsum noch Leistung geht. Je entgrenzter die Arbeit wird, desto wichtiger wird die Pflege der Identität." Und „Auch ein Unternehmen kann zu effizient sein. Konzentriert sich das Management zu stark auf die Effizienz, nimmt es Einbußen im Arbeitsklima, der Qualität der Zusammenarbeit, der Gesundheit der Mitarbeitenden oder der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit in Kauf."

 

4.  Neuerscheinung: Werde ich bald wegdigitalisiert?

Digitale Disruption„Sie denken, die Digitalisierung der Wirtschaft ist vorbei? Nein, sie hat gerade erst begonnen. Und sie wird alles, was Sie kennen, radikal auf den Kopf stellen. Sie wird Ihren Beruf, Ihr Leben radikal verändern." Zukunftsmusik? Jens-Uwe Meyer illustriert, wie die nächste Stufe der Innovation gerade Realität wird. Er beschreibt Merkmale der Berufe, die durch Digitalisierung wegfallen könnten.

Jens-Uwe Meyer - Digitale Disruption. Die nächste Stufe der Innovation - Göttingen, 2016, 24,80 €

Auszüge dazu finden Sie in Spiegel online.

„Muss Ihnen das Angst machen?", fragt Meyer. „Nein. Denn die digitale Zukunft wird nicht nur im Silicon Valley gemacht. Sie und Ihr Unternehmen sind ein Teil davon. Wenn Sie die Mechanismen der digitalen Disruption verstehen und sich auf die Logik der digitalen Zukunft einlassen, werden Sie diese Zukunft mitgestalten."

Und weiter: „Treiben Sie die Digitalisierung aktiv voran. Auch wenn es sich am Anfang merkwürdig anfühlt: Tragen Sie aktiv dazu bei, Ihren Job zu kannibalisieren. Sie entwickeln sich dabei weiter und sammeln wertvolles neues Wissen. Das macht Sie für Ihren oder künftige andere Arbeitgeber umso attraktiver."

Aha! So also lautet das Credo aller Digitalisierer, Meinungsmacher und Innovationsspezialisten: Mache mit und digitalisiere noch mehr als die Konkurrenz. Dann kann dir nichts passieren!

 

5.  Meinung: Digitale Führung - Machtorientierung hat ausgedient

Wirtschaftswoche„Wer heute als Chef von seinen Mitarbeitern ernst genommen werden will, ist kein Kommandant, sondern Kommunikationsexperte", so schreibt Dropbox-Chef Oliver Blüher als Gastkommentator in der Wirtschaftswoche.

Unsicherheit ob ihrer Rolle überkommt auch Führungskräfte selbst, wie eine Studie (Umfrage unter 665 Entscheidern in D, A, CH, Hys HR-Report 2014/15) belegt. Blüher zeigt weiter, was Mitarbeiter an Arbeitgeber bindet und charakterisiert vier Typen von Führungspersönlichkeiten und ihre Chancen in einer digitalen Arbeitswelt.

 

6.  Buchtipp: Gerald Lembke - Im digitalen Hamsterrad

Hamsterrad„Das Digitale hat längst das Soziale verdrängt. Wir glauben, mit unserer digitalen Mobilität freier und autonomer geworden zu sein. Stattdessen schlittern wir unaufhörlich in eine Gesellschaft mit andauernden digitalen Ablenkungen und mobilem Entertainment." Sätze, denen die meisten GfAler sofort zustimmen. Sie stammen aus dem neuen Buch des oben bereits erwähnten Gerald Lembke.

Lembke, Gerald - Im digitalen Hamsterrad - Ein Plädoyer für den gesunden Umgang mit Smartphone & Co. - 2016, 159 Seiten, 19,99 € / als eBook 17,99 / als Hörbuch 19,99

In 15 Episoden über unterschiedliche Apps, Geräte und Bedientechniken zerpflückt Lembke die Argumente der „Digital-Apostel".

Witzige Zeichnungen und eine locker-ironische Darstellung sorgen dafür, dass diese Texte nicht von Moral triefen. So könnte das Buch auch ein passendes Weihnachtsgeschenk für die sein, die bereit sind, sich mit ihren Gewohnheiten im digitalen Hamsterrad auseinanderzusetzen.

 

7.  Als Führungskraft: Taugen meine Instrumente noch?

MethodenpoolÜberprüfen Sie Ihre Kommunikations-Werkzeuge als Führungskraft - z.B. zum Thema „Gebe ich immer richtig Feedback?" Zwei Webseiten aus dem Umfeld pädagogischer, psychologischer Studiengänge geben Ihnen Auskunft über richtiges Feedback: Die hervorragend aufbereiteten Arbeitsblätter des österreichischen Psychologen Werner Stangl,

und ebenso der Methodenpool der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln

Kommunikationswerkzeuge sind weiterhin von herausragender Bedeutung für unsere Arbeit. Methodenkompetenz zahlt sich unmittelbar aus.

 

8.  Buchtipp: Geschichten mit Tiefgang

Geschichten für's Herz... und da wir uns nicht immer mit ganzen digitalen Zeug herumschlagen wollen zum Abschluss noch Buchtipp. Das neue Geschichtenbuch von Gisela Rieger eignet sich sowohl als Geschenk wie als Inspirationsquelle für Ihre hoffentlich erholsamen Tagen um den Jahreswechsel. 

Gisela Rieger - Geschichten, die dein Herz berühren - Selbstverlag 2016, 120 S., 14,90

Seit vielen Jahren sammelt Gisela Rieger Geschichten mit Tiefgang. Vieles davon setzt sie auch in Coachings, Beratungen und Seminaren ein.

„Dieses Buch ist eine bunte Schatztruhe von inspirierenden Geschichten und Weisheiten fürs Herz: eine wirkliche Bereicherung für alle, die kurzweilige, hintergründige und herzerwärmende Texte lieben." Der Klappentext bringt es wirklich auf den Punkt. Auch wenn das Titelbild für meinen Geschmack zu viel rosa enthält, ist die besonders schöne Aufmachung hervorzuheben: viele Fotos, Zeichnungen, Zitaten und ein Lesebändchen. Für ein Buch, das im Selbstverlag erschienen ist, recht ungewöhnlich.

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Mitglieder-Statement

  • Gisela Malasch Ich bin immer interessiert, den Alltag zu verbessern, zu vereinfachen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Seit einigen Monaten bin ich Mitglied der GfA, habe aber schon an dem Führungstraining in Stuttgart teilgenommen: Ein interessantes und sehr informatives Wochenende, bei dem einfach alles stimmte.

    Gisela Malasch

  • Artur Klein
    Die GfA ist die einzige gemeinützige Gesellschaft im deutschsprachigen Raum, die sich anbieterneutral mit Methoden und Arbeitstechniken beschäftigt.

    Artur Klein

  • Marion Hofmann

    Spannende Themen, informierte Referenten, interessierte Teilnehmer, wunderbare Falkensteinseminare. Hier sammle ich immer wieder lebensdienliche Impulse für mein Leben. Darum bin ich von Herzen gerne GfA-Mitglied. 

    Marion Hofmann

  • Frank Neuhaus

    Ich schätze an der GfA, dass dort Themen angeboten werden, die für meinem Arbeitsalltag wirklich nützlich sind und dass das vermittelte Wissen durch die Workshop-Atmosphäre der Gruppen-Abende direkt umsetzbar ist. 

    Frank Neuhaus

  • Alfred Hampp

    Arbeitsmethodik gehört nicht nur in die Geschäftswelt. Nach Gustav Großmann bestimmt die Stimmung. Die GfA unterstützt diesen Aspekt.

    Alfred Hampp

  • Sylvia Nickel

    Ich bin GfA-Mitglied, weil Arbeits- und Lebenszufriedenheit noch nicht die letzte Stufe der persönlichen Erfolgsleiter bedeuten. Erst der Austausch über die Arbeitsmethoden und die persönlichen Erfahrungen ermöglicht die Wahrung der Lebensbalance, insbesondere in unseren hektischen Zeiten.

    Sylvia Nickel

  • Erika Schölzel

    Ich bin seit über 20 Jahren Mitglied und nehme gern regelmäßig an den Veranstaltungen teil. Die unterschiedlichen Herangehensweisen der Referenten an die relevanten Themen führen immer wieder zu neuen Erkenntnissen.

    Erika Schölzel

  • Dietrich Fauteck

    Ich möchte als Pensionär dazu beitragen, die GfA stark zu machen, insbesondere durch Mitgliederwerbung sowie durch Ausbau des GfA-Netzwerkes mit Wohlfühlklima (Nestwärme).

    Dietrich Fauteck

  • Rolf Dindorf

    An der GfA schätze ich den kollegial-partnerschaftlichen Umgang mit seiner Inspiration für das berufliche Vorankommen.

    Rolf Dindorf

  • Jörg Schacht

    Ich schätze sehr den Austausch mit anderen Fachleuten, die sich genau wie ich, mit Arbeitsmethodiken auseinander setzen und die den entsprechenden Weitblick haben.

    Jörg Schacht

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